Benutzerhandbuch

Vom ersten Import zur belastbaren Auswertung

Drei Schritte entscheiden, ob dein Journal dir etwas beibringt: sauber importierte Daten, klar definierte Playbooks und eine Analyse, die du tatsächlich liest. Dieses Handbuch führt dich in der richtigen Reihenfolge durch alle drei.

Kapitel 01

Handelsdaten importieren

Zum Import

Von der Broker-Datei zu sauberen Kennzahlen: Der Import entscheidet, wie belastbar später jede Auswertung ist. Nimm dir für den ersten Durchlauf zehn Minuten — danach läuft es in unter einer Minute.

  1. 01

    Konto als Basis anlegen

    Jeder Import landet in einem Trading-Konto. Lege unter „Konten" eines an und trage Name, Broker, Kontotyp (Live, Demo, Prop oder Backtest), Kontowährung und Startkapital ein. Das Startkapital ist die Referenz für Equity-Kurve und Drawdown — ohne diesen Wert bleiben prozentuale Kennzahlen leer.

    Konten öffnen
  2. 02

    Rohdaten beim Broker exportieren

    MT4/MT5: Werkzeugkasten → Berichte → Handelshistorie als CSV oder HTML für den gewünschten Zeitraum. Futures: Tages- oder Monats-Statements der Plattform. Krypto: CSV-Export der Börse. Entscheidend ist eine Zeile pro geschlossenem Trade — offene Positionen und reine Order-Historie werden beim Import übersprungen.

  3. 03

    Datei hochladen

    Im Import-Bereich ziehst du die Datei hinein oder wählst sie aus. CSV und JSON werden beide unterstützt, Trennzeichen und Kopfzeile erkennt die App automatisch. Du siehst sofort eine Vorschau der ersten Zeilen — prüfe dort, ob die Spalten sinnvoll getrennt sind.

  4. 04

    Spalten zuordnen

    Pflichtfelder sind Symbol, Einstieg (Datum) und Ergebnis (P&L). Alles andere ist freiwillig, aber wertvoll: Richtung, Ausstieg, Ein- und Ausstiegspreis, Größe, Gebühren, Stop-Loss, Take-Profit, Setup, Session, Tags und Notiz. Was du nicht zuordnest, bleibt leer und lässt sich später im Trade ergänzen.

  5. 05

    Vorschau prüfen und importieren

    Zeilen ohne Pflichtfeld werden übersprungen, nicht geschätzt. Nach dem Import zeigt die Import-Historie, wie viele Zeilen übernommen und wie viele verworfen wurden — jeweils mit Begründung. Kontrolliere vor dem Import zwei Dinge: Einheiten (Lots vs. Kontrakte) und Vorzeichen bei Short-Trades.

  6. 06

    Ergebnis plausibilisieren

    Öffne das Dashboard und vergleiche Netto-Ergebnis und Trefferquote mit dem Broker-Report. Stimmt die Summe nicht, lösche den Import und korrigiere das Mapping — nicht ein zweites Mal importieren, sonst zählen Trades doppelt.

    Zum Dashboard

Worauf es ankommt

  • Ein Konto pro Import — mische keine Konten in einer Datei.
  • Zeitstempel inklusive Zeitzone prüfen: die Session-Auswertung baut darauf auf.
  • Gebühren in einer eigenen Spalte führen, sonst weicht dein Netto vom Broker ab.
  • Gleiche Datei nie zweimal importieren — vorher in die Import-Historie schauen.

Kapitel 02

Playbooks richtig anlegen

Playbooks öffnen

Ein Playbook ist eine Handelsidee, die du messbar machst. Sobald Trades zugeordnet sind, kannst du Strategien vergleichen statt nur Tage — und die KI-Analyse arbeitet mit echten Unterschieden statt mit Durchschnittswerten.

  1. 01

    Eine Idee pro Playbook

    „London Breakout M15" ist ein Playbook. „Alles, was ich so trade" ist keines. Trenne nach Marktlogik, nicht nach Instrument: Wenn zwei Setups unterschiedliche Auslöser haben, gehören sie in zwei Playbooks.

  2. 02

    Grunddaten setzen

    Name, Markt (Forex, Futures, Krypto …), Zeitebene und Status. Aktiv heißt: wird aktuell gehandelt. Pausiert heißt: Regeln bleiben erhalten, wird aber nicht neu gehandelt. So verschwindet eine Strategie nicht aus der Historie, nur weil du sie eine Weile nicht nutzt.

  3. 03

    Einstiegsregeln messbar formulieren

    Schreibe Bedingungen statt Eindrücke: Uhrzeit, Filter (Trendrichtung, Volatilität, News-Abstand), Auslöser. Statt „schönes Setup" besser: „Ausbruch über die Opening Range 00:00–08:00, Retest der Range-Grenze, Einstieg nach Kerzenschluss". Ein anderer Trader sollte den Einstieg damit nachvollziehen können.

  4. 04

    Ausstiegsregeln festhalten

    Ziel, Teilverkäufe, Trailing-Logik und ein Zeit-Stop, falls der Trade nicht läuft. Diese Regeln sind später der einzige Weg zu prüfen, ob dein Ausstieg oder dein Einstieg das Problem war.

  5. 05

    Risikoregeln definieren

    Risiko pro Trade in Prozent oder R, maximale Trades pro Tag, Tages-Stop und Positionsgrößen-Logik. Damit wird der R-Multiple in deinen Auswertungen vergleichbar — über Konten und Strategien hinweg.

  6. 06

    Checkliste hinterlegen

    Fünf bis acht Prüfpunkte vor dem Einstieg, die du wirklich beantworten kannst. Im Bereich Checklisten hakst du sie vor dem Trade ab; die letzte vollständige Abarbeitung wird gespeichert und ist ein ehrlicher Disziplin-Indikator.

    Checklisten öffnen
  7. 07

    Trades zuordnen

    Beim Import über die Spalte „Setup" oder nachträglich im Trade-Detail: dort wählst du das Playbook aus. Alles ohne Zuordnung sammelt sich unter „Ohne Playbook" — genau dort verzerrt es jede Strategie-Auswertung.

    Trades ansehen
  8. 08

    Pflegen statt löschen

    Regeln geändert? Lege eine neue Version an („London Breakout v2"), statt die alte zu überschreiben. Sonst vermischen sich zwei Strategien in einer Kennzahl und der Vergleich verliert seine Aussage.

Worauf es ankommt

  • Drei bis fünf aktive Playbooks reichen — mehr lässt sich nicht sauber belegen.
  • Regeln so schreiben, dass du sie in sechs Monaten noch verstehst.
  • Erst pausieren, dann löschen: bestehende Trades behalten ihre Zuordnung.
  • Ohne Playbook-Zuordnung bleibt die KI-Analyse zwangsläufig allgemein.

Kapitel 03

Die KI-Analyse effektiv nutzen

KI-Coaching öffnen

Die Analyse erfindet keine Zahlen: Kennzahlen, Aufschlüsselungen und Verteilungen werden vorher deterministisch berechnet. Die KI interpretiert sie und stellt die Fragen, die du dir selbst nicht stellst.

  1. 01

    Datenbasis schaffen

    Unter 20 geschlossenen Trades ist jede Aussage Statistik-Rauschen. Zusätzlich gilt: Playbooks zugeordnet, Gebühren gepflegt, Notizen nicht leer. Je klarer die Eingabe, desto konkreter der Fokus, den du zurückbekommst.

  2. 02

    Umfang bewusst wählen

    Einzelner Trade für die Nachbereitung, Zeitraum für den Wochenrückblick, ganzes Konto für den Monatscheck. Für Muster eignet sich der Zeitraum am besten — einzelne Trades erklären selten eine Serie.

  3. 03

    Analyse starten

    Die Berechnung dauert etwa 20 bis 30 Sekunden. Währenddessen werden alle Kennzahlen des gewählten Umfangs berechnet und die Ergebnisse gespeichert — du kannst eine Analyse später erneut öffnen, ohne sie neu zu erzeugen.

  4. 04

    Kernaussage und Muster lesen

    Jede Analyse liefert eine Kernaussage, erkannte Muster, funktionierende Stärken und wiederkehrende Risiken. Lies zuerst die Kernaussage und prüfe dann, ob die Muster zu deiner Erinnerung passen — Widersprüche sind der interessanteste Teil.

  5. 05

    Aufschlüsselung auswerten

    Die Aufschlüsselung nach Playbook, Setup, Session, Symbol, Richtung und Wochentag zeigt, wo der Unterschied entsteht. Suche nicht nach dem besten Einzelwert, sondern nach der Lücke zwischen zwei Gruppen — zum Beispiel zwei Sessions mit ähnlicher Trefferquote, aber sehr unterschiedlichem Erwartungswert.

  6. 06

    Einen Fokus festlegen

    Übernimm genau eine Änderung in die nächsten zehn Trades. Mehrere gleichzeitige Anpassungen machen nicht messbar, welche gewirkt hat. Der Fokus wird in der Analyse gespeichert und ist beim nächsten Durchlauf dein Vergleichsmaßstab.

  7. 07

    Reflexion ergänzen

    Trage unter der Analyse deine eigene Sicht ein: Was war außerhalb der Zahlen relevant, was hat dich aus dem Plan gebracht? Im Reflexions-Archiv vergleichst du später, ob der Fokus gehalten hat oder dieselben Punkte wieder auftauchen.

  8. 08

    Rhythmus etablieren

    Wöchentlich: Zeitraum-Analyse mit Blick auf Session und Setup. Monatlich: Konto-Analyse und Performance-Report als PDF. Nach jeder Regeländerung im Playbook: neu analysieren, sonst vergleichst du zwei Strategien in einem Datensatz.

    Reports öffnen

Worauf es ankommt

  • Die Analyse ist Reflexionswerkzeug, kein Signalgeber für den nächsten Trade.
  • Nicht nach jedem Trade analysieren: Muster brauchen Stichprobe.
  • Reflexionsfragen wirklich beantworten — dort entsteht der Lernfortschritt.
  • Analysen dienen der eigenen Auswertung und sind keine Anlageberatung.

Der schnellste Weg zum ersten Report

Konto anlegen, eine Broker-Datei importieren, ein Playbook mit Einstiegs- und Risikoregeln anlegen, Trades zuordnen — danach lohnt sich die erste Zeitraum-Analyse.

Alle Anleitungen beziehen sich auf die aktuellen Versionen der Bereiche Import, Playbooks und KI-Coaching. Analysen dienen ausschließlich der eigenen Reflexion und sind keine Anlageberatung.

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